Was Personaler mit jeder Frage wirklich wissen wollen, eine schwache und eine bessere Beispielantwort, welche Fragen nicht erlaubt sind und ein Übungsplan für fünf Tage.
Die meisten Vorstellungsgespräch Fragen drehen sich um vier Dinge: wer Sie sind, warum Sie diese Stelle wollen, was Sie schon geleistet haben und was Sie verdienen möchten. Die Bundesagentur für Arbeit nennt in ihrem Leitfaden zehn wichtige Fragen, von „Warum bewerben Sie sich bei uns?“ bis „Welche Fragen haben Sie an uns?“.
Hier finden Sie diese Fragen im Vorstellungsgespräch und einige mehr, jeweils mit dem, was der Arbeitgeber wirklich wissen will, einer schwachen und einer besseren Beispielantwort. Dazu: welche Fragen nicht erlaubt sind, welche Fragen Sie selbst stellen sollten und wie Sie in fünf Tagen üben.
Das Wichtigste in Kürze
Fast jedes Gespräch folgt derselben Reihenfolge. Wer sie kennt, weiß, worauf er sich gerade einstellen muss.
| Phase | Typische Fragen | Worum es geht |
|---|---|---|
| Begrüßung und Smalltalk | „Haben Sie gut hergefunden?“ | Erster Eindruck, Lockerheit |
| Selbstpräsentation | „Erzählen Sie etwas über sich.“ | Roter Faden in Ihrem Werdegang |
| Motivation | „Warum bewerben Sie sich bei uns?“ | Passt die Stelle zu Ihnen und Sie zur Firma? |
| Erfahrung und Fachliches | „Worauf sind Sie stolz?“, Fachfragen | Können Sie die Aufgaben wirklich? |
| Rahmenbedingungen | Gehalt, Kündigungsfrist, Starttermin | Passen die Eckdaten? |
| Ihre Fragen | „Welche Fragen haben Sie an uns?“ | Interesse und Vorbereitung |
Die Frage ist keine Einladung, den Lebenslauf vorzulesen. Der Leitfaden der Arbeitsagentur rät: „Roten Faden einprägen! Nicht Details, sondern das Wesentliche zählt!“ Gute Länge: ein bis zwei Minuten.
Schwach: „Ich bin 29, habe in Köln BWL studiert, dann ein Praktikum gemacht, dann …“
Besser: „Ich arbeite seit vier Jahren im Vertriebsinnendienst eines Maschinenbauers. Dort betreue ich rund 80 Kunden und habe das Angebotswesen auf ein neues CRM umgestellt. Jetzt möchte ich näher an den Kunden und in den Außendienst, und genau das bietet Ihre Stelle.“
Aufbau: heute, ein konkreter Erfolg, warum diese Stelle. Mehr Beispiele für das englische Gespräch im Ratgeber Tell me about yourself.
Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch sind ein Klassiker. Gefragt wird nach Selbsteinschätzung, nicht nach Perfektion. Nennen Sie zu jeder Stärke einen Beleg und zu der Schwäche, was Sie dagegen tun.
Schwach: „Ich bin Perfektionist.“ Das hören Personaler sehr oft, und es wirkt einstudiert.
Besser: „Vor großen Runden habe ich früher zu wenig delegiert. Seit einem Jahr verteile ich Aufgaben in einem gemeinsamen Board und schaue nur noch zweimal pro Woche auf den Stand. Das hat mir im letzten Projekt viele Abende gespart.“
Wählen Sie eine echte Schwäche, die nicht zum Kern der Stelle gehört. Listen und Beispiele für fünf Profile: Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch.
Hier verbinden Sie drei Anforderungen aus der Stellenanzeige mit drei Belegen aus Ihrem Werdegang. Kurz, sachlich, ohne andere Bewerber schlechtzumachen.
„Sie suchen jemanden mit SAP-Erfahrung, Kundenkontakt und Englisch. SAP nutze ich seit drei Jahren täglich, ich betreue internationale Kunden und führe die Hälfte meiner Termine auf Englisch.“
Wer hier nur die Website nacherzählt, verschenkt Punkte. Die Arbeitsagentur nennt, was Sie vorher über den Arbeitgeber wissen sollten, darunter Branche, Produktpalette, Wettbewerbssituation, Entwicklungschancen und Firmenphilosophie. Suchen Sie sich eine Sache heraus, die Sie wirklich interessiert, und verbinden Sie sie mit Ihrer Erfahrung.
„Sie bauen gerade das Geschäft in Skandinavien aus. Ich habe zwei Jahre einen nordischen Markt betreut und kenne die Händlerstruktur dort. Da möchte ich mitarbeiten.“
Sprechen Sie über das, wohin Sie wollen, nicht über das, wovon Sie weg wollen. Der Leitfaden ist hier deutlich: nie negativ über frühere Vorgesetzte, Kollegen oder Arbeitsbedingungen sprechen.
Zeigen Sie eine Richtung, die zur Firma passt, etwa mehr Verantwortung im Fachgebiet oder ein kleines Team. Ein fester Titel muss es nicht sein.
Für solche Fragen hilft die STAR-Methode: Situation, Aufgabe (Task), Handlung (Action), Ergebnis (Result). Ein Beispiel für einen Misserfolg:
Mit dem kostenlosen STAR-Antwort-Generator bauen Sie solche Antworten aus Stichpunkten.
Antworten Sie mit zwei, drei Punkten aus der Stellenanzeige, die Sie reizen, und einem Wunsch, etwa Weiterbildung oder ein klarer Ansprechpartner in der Einarbeitung.
Kurz und ehrlich: was war, was Sie in der Zeit gemacht oder gelernt haben, warum Sie jetzt bereit sind. Ein Satz zur Pflege eines Angehörigen, einer Elternzeit oder einer Weiterbildung reicht. Sie müssen keine Details erzählen.
Nennen Sie sie genau, so wie sie in Ihrem Vertrag steht. Wenn ein früherer Start möglich sein könnte, sagen Sie, dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber über einen Aufhebungsvertrag sprechen können, aber versprechen Sie nichts.
In Deutschland nennt man die Gehaltsvorstellung meist als Bruttojahresgehalt. Der Leitfaden der Arbeitsagentur rät, vorher zu recherchieren, was in der Branche und der Tätigkeit am lokalen Arbeitsmarkt üblich ist, und auch Sonderleistungen mitzudenken: Weihnachts- und Urlaubsgeld, Prämien, Dienstwagen, Fortbildungen oder Fahrtkosten.
„Für diese Stelle stelle ich mir ein Bruttojahresgehalt von 58.000 bis 62.000 Euro vor. Das hängt auch davon ab, wie Bonus und Weiterbildung bei Ihnen geregelt sind.“
Die Zahlen sind nur ein Beispiel. Nennen Sie eine enge Spanne, deren unteres Ende Sie gern annehmen würden.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) soll laut § 1 Benachteiligungen „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ verhindern. § 7 sagt: „Beschäftigte dürfen nicht wegen eines in § 1 genannten Grundes benachteiligt werden“. Und nach § 6 gelten „als Beschäftigte auch die Bewerberinnen und Bewerber für ein Beschäftigungsverhältnis“.
Fragen nach Schwangerschaft, Kinderwunsch, Religion oder sexueller Orientierung haben deshalb im Gespräch in der Regel nichts zu suchen. Es gibt Ausnahmen, etwa bei kirchlichen Arbeitgebern. Wenn Sie so eine Frage bekommen, können Sie freundlich zurückfragen, was sie mit der Stelle zu tun hat. Bei einem konkreten Fall hilft eine Beratungsstelle oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht, nicht dieser Artikel.
„Welche Fragen haben Sie an uns?“ kommt fast immer. „Keine“ wirkt desinteressiert. Wählen Sie zwei oder drei:
Fragen zu Urlaub oder Homeoffice sind erlaubt, aber nicht als Erstes. Über 25 weitere Fragen, passend für jede Gesprächsrunde: Fragen an den Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch.
Den ausführlichen Plan für sieben Tage, mit Recherche, Kleidung und Nachfassen, finden Sie in Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.
Für das Telefoninterview rät die Arbeitsagentur zu einem geladenen Akku, gutem Empfang, Notizblock, Lebenslauf und einem Glas Wasser. Beim Video-Interview: seriöser Profilname, gleichmäßiges Licht ohne Gegenlicht, Headset und stabile Internetverbindung.
Wer das Bewerbungsgespräch üben will, ohne jemanden zu fragen, kann das kostenlose KI-Übungsinterview von ClapAssist nutzen. Es liest Fragen vor, stellt Nachfragen und zeigt danach Tempo, Füllwörter und Aufbau. Die Fragen kommen auf Englisch, gut für ein Vorstellungsgespräch auf Englisch. Die App ClapAssist selbst versteht Deutsch und viele weitere Sprachen. Für das echte Online-Gespräch gibt es die KI für das Vorstellungsgespräch, die bei Teams, Zoom und Meet Antworten aus Ihrem Lebenslauf zeigt. Prüfen Sie vorher, ob der Arbeitgeber KI-Hilfe im Gespräch erlaubt.
Externe Seiten, auf die sich die Tipps oben stützen, geöffnet und geprüft am genannten Tag.
„Erzählen Sie etwas über sich“, „Warum bewerben Sie sich bei uns?“, „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“, „Warum sollen wir uns für Sie entscheiden?“, die Gehaltsvorstellung und „Welche Fragen haben Sie an uns?“. Die Bundesagentur für Arbeit nennt diese in ihrer Liste der zehn wichtigen Fragen.
Ein bis zwei Minuten reichen meist. Erzählen Sie den roten Faden: was Sie heute machen, einen konkreten Erfolg und warum Sie diese Stelle wollen.
Nein. Fragen etwa nach Schwangerschaft oder Religion sind wegen des AGG in der Regel nicht erlaubt. Sie können freundlich fragen, was die Frage mit der Stelle zu tun hat. Bei einem konkreten Fall hilft eine Beratungsstelle oder ein Fachanwalt.
Als Bruttojahresgehalt und am besten als enge Spanne, deren unteres Ende Sie gern annehmen würden. Recherchieren Sie vorher, was in Branche und Region üblich ist, und denken Sie an Zusatzleistungen.
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